Unser Leben verändert sich rasant: Laut dem „Future of Jobs Report 2025“ des Weltwirtschaftsforums werden sich bis 2030 39 % der am Arbeitsplatz geforderten Kompetenzen verändern. In diesem Umfeld wird ein Abschluss in einem einzelnen Fachgebiet nicht mehr ausreichen. Gefragt sind vielmehr Personen, die technologisches Wissen mit der Fähigkeit verbinden, interdisziplinär zu denken und zusammenzuarbeiten.
Schon jetzt verändert die Digitalisierung die Arbeitswelt. Zunehmend werden computergestützte Systeme (computational methods) in unterschiedlichsten Kontexten eingesetzt – etwa in der Medizin, im Ingenieurwesen, in den Umweltwissenschaften oder der Stadtplanung. Hier setzt die Interdisciplinary Transformation University (IT:U) in Linz an.
Als Österreichs erste vollständig interdisziplinäre öffentliche Universität widmet sich die IT:U der digitalen Transformation von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Herbst 2025 startete das erste Masterstudium Interdisciplinary Computing mit aktuell 107 Studierenden (Stand Q1 2026).
Das viersemestrige Vollzeitstudium steht Absolvent:innen aller akademischen Fachrichtungen offen. Es verbindet Computerwissenschaften mit einer Vielzahl von Disziplinen und ermutigt die Studierenden, über die eigenen Fachgrenzen hinauszudenken. Ziel ist es, digitale Technologien und Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz einzusetzen und weiterzuentwickeln, um an zentralen Problemstellungen unserer Zeit zu arbeiten. Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen und lernen projektbasiert. Dabei bleiben Theorie und Praxis eng miteinander verknüpft. Insgesamt bietet das englischsprachige Studium aktuell vier Spezialisierungen:
Designing Interactions:
Studierende lernen, Interaktionen zwischen Menschen und digitaler Technologie in verschiedenen sozialen Kontexten wie Mobilität, Bildung oder der Pflege zu verstehen und zu gestalten.
Digital Earth, Society, and Networks:
Mithilfe von KI werden digitale Daten aus sozialen Netzwerken analysiert, um soziale und geografische Prozesse wie Katastrophenmanagement oder Epidemien besser zu verstehen.
Digital Humanities, Health, and Life Sciences:
Digitale Geisteswissenschaften verbinden sich mit Lebenswissenschaften. Studierende lernen, moderne Technologien und Datenanalyse für Herausforderungen im Gesundheitswesen und der biomedizinischen Forschung einzusetzen.
Future Industries:
Vermittelt Kompetenzen in computergestützter Fertigung, Robotik, Internet of Things und der Entwicklung sicherheitskritischer Systeme für industrielle Anwendungen.
Neu ist die Kooperation mit Infineon Austria: Direkt am Standort des Halbleiterherstellers in Linz entstehen drei Lernlabore (Smart Electronics Lab, Digital Prototyping Lab und Space Technology Lab). Die Eröffnung erfolgt im Sommer 2026. „Fortschritt entsteht oft dort, wo digitale Technologien auf interdisziplinäres Lernen treffen“, so Sabine Herlitschka, CEO von Infineon Austria. „Gerade für Fragen im Klima-, Energie- oder Life-Science-Bereich braucht es diesen Ansatz, kombiniert mit echten Hands-on-Methoden.“ Künftig sollen hier bis zu 60 Studierende lernen und forschen können.
Ein weiterer Partner ist die WKOÖ. Am WIFI Linz entsteht ein gemeinsames Innovation Lab, in dem Studierende der IT:U und kleine und mittlere Unternehmen an Digitalisierungsprojekten arbeiten. So wird der Wissenstransfer von der Universität in die Wirtschaft gestärkt.
Die IT:U wurde in der Überzeugung gegründet, dass die großen Herausforderungen der Zukunft nicht isoliert gelöst werden können. Durch die Verbindung von computergestütztem Denken, interdisziplinärer Zusammenarbeit und realer Problemlösung entsteht hier ein neues Modell der Hochschulbildung. it-u.at