Vom Branchenkenner zum Gestalter

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©Propel Industrial
Complex Pharmaceuticals baut in Traiskirchen bei Wien ein hochmodernes Produktionswerk. Ab Ende des Jahres werden hier Arzneimittel sekundär verpackt und hergestellt.

Christoph Reinwald baut mit Complex Pharmaceuticals ein hochmodernes Pharmawerk in Niederösterreich. Versorgungssicherheit beginnt nicht erst, wenn Medikamente fehlen. Für Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals, entsteht sie dort, wo kluge unternehmerische Entscheidungen getroffen werden.

Aus Erfahrung Zukunft formen

Der Biotechnologe mit Schwerpunkt auf Qualitäts- und Risikomanagement war bereits früh in verantwortungsvollen Positionen in der Pharmaindustrie tätig. An der Universität Wien absolvierte er zusätzlich ein postgraduales Studium mit Schwerpunkt auf regulatorische und strategische Aspekte der pharmazeutischen Industrie. Als Qualified Person gemäß EU-GMP verfügt er darüber hinaus über umfassendes Know-how in den Bereichen Entwicklung, Herstellung und Qualitätssicherung.

Inzwischen blickt der Top-Manager auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Pharmabranche zurück. Dadurch kennt er die spezifischen Chancen und Herausforderungen in- und auswendig und weiß: „Wir haben jahrzehntelang Effizienz über Resilienz gestellt. Dabei ist industrielle Kompetenz ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge." Für Reinwald ist es daher essenziell, Produktionsstrukturen vorausschauend zu planen und die Pharmaindustrie grundlegend neu zu denken.

Aus dieser Überzeugung heraus entstand im Herbst 2024 Complex Pharmaceuticals. Das Ziel: Produktionskompetenz gezielt zurück nach Europa holen und flexible Strukturen für eine zunehmend spezialisierte Arzneimittelversorgung schaffen.

Christoph Reinwald, General Manager Complex Pharmaceuticals
©Studio KoeKart
Complex Pharmaceuticals setzt mit General Manager Christoph Reinwald einen neuen Standard in der Herstellung und Verpackung von Arzneimitteln.

Vom Engpass zur Vision

Arzneimittelengpässe sind mittlerweile zu einem strukturellen Problem geworden. Einer von vielen Gründen dafür: Die Abhängigkeit von global konzentrierten Produktionsstandorten in Drittländern hat Europas Lieferketten anfällig gemacht. „Souveränität bedeutet nicht, alles selbst zu machen. Aber wir müssen in der Lage sein, flexibel und regional produzieren zu können", ist Reinwald überzeugt.

Technologie trifft Verantwortung

Mit dem modernen und nachhaltig konzipierten Produktions- und Verpackungszentrum in Traiskirchen entsteht ein hochautomatisierter Standort im Herzen Europas, der genau auf diese Flexibilität ausgelegt ist: Modulare Linien, kurze Rüstzeiten und zentral gesteuerte Datenprozesse ermöglichen es, sowohl kleine Chargen für Studie, spezialisierte Therapien und seltene Erkrankungen als auch größere Volumina wirtschaftlich herzustellen.

Das Werk wird unter höchsten Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards errichtet: Photovoltaik, intelligente Energie- und Prozesssteuerung sowie automatisierte Dokumentationssysteme sorgen für transparente und regelkonforme Abläufe.

Menschen als zentraler Wertschöpfungsfaktor

Bis 2028 entstehen hier über 60 neue Arbeitsplätze in Produktion, Lager und Qualitätsmanagement. Die Aufbauphase ist bereits in vollem Gange, 2027 folgt der Produktionsstart. Für Reinwald ist dabei klar: „Langfristig entscheidet nicht nur die Technik, sondern die Kompetenz der Menschen, die damit arbeiten." Deshalb verfolgt der General Manager eine gezielte Talentstrategie und investiert in individuelle Entwicklungspfade entlang von Stärken sowie in die laufende Weiterbildung seiner Fachkräfte.

Ganz nach dem Motto „Pharma neu gedacht" versteht sich Complex Pharmaceuticals also nicht nur als Vertreter einer selbstbewussten europäischen Pharmaindustrie, sondern als aktiver Mitgestalter eines resilienteren Wirtschaftsstandorts. „Unser Ziel ist es, einen technologisch führenden Standort aufzubauen, der Innovation, Qualität und Verantwortung konsequent miteinander verbindet", so Reinwald abschließend.